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Zweiter Platz mit sechs Fehlern

Acht Osnabrücker stellten sich dem Finale des Großen Diktatwettbewerbs in Frankfurt am Main – Andreas Schreiber erreichte unter den Lehrern den zweiten Platz

 

 

An hölzernen Schultischen hat die Osnabrücker Delegation auf der Bühne beim Frankfurter Finale des Großen Diktatwettbewerbs für das Erinnerungsfoto Platz genommen. Zweite Tischreihe, rechts: Andreas Schreiber, erste Tischreihe, links: Sylke Ditting, hinten links: Michael Prior (Foto: Bohnenkamp-Stiftung/Marie-Luise Braun)

Auf dem Weg zum zweiten Platz: Konzentriert beugt sich Andreas Schreiber in Frankfurt am Main in einer Reihe mit seinen Osnabrücker Mitstreitern über das Diktat (Foto: Bohnenkamp-Stiftung/Marie-Luise Braun)

Osnabrück, 15. Juni 2016

Erfolg für das Team Osnabrück beim Großen Diktatwettbewerb: Andreas Schreiber gewann den zweiten Preis in der Kategorie „Lehrer“ beim Finale in Frankfurt am Dienstagabend (14. Juni). Mit sechs Fehlern holte der Lehrer für Deutsch und Religion am Gymnasium Bersenbrück den ersten Sieg für die Delegation der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung. Die Stiftung hatte zum zweiten Mal zur Teilname an dem Wettbewerb eingeladen, der vor fünf Jahren von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main ins Leben gerufen wurde. Mittlerweile gibt es bundesweit sieben Regionen und Städte, in denen der Wettbewerb jährlich veranstaltet wird. Eingeladen dazu sind nicht nur Schülerinnen und Schüler aus Oberstufen, sondern auch Eltern, Lehrer und alle anderen, die sich in der deutschen Sprache messen möchten. Die Regional-Sieger reisen jeweils zum Finale an den Main. Die acht-köpfige Osnabrücker Delegation hatte sich gemeinsam mit den Teilnehmern aus Münster auf den Weg gemacht im „Mannschaftsbus des Westfälischen Friedens“, wie Michael Prior, der Geschäftsführer der Bohnenkamp-Stiftung das Gefährt getauft hatte.

„Es ist interessant, weil man so auch die Schüler motivieren kann, sich noch einmal mit der deutschen Sprache auseinander zu setzen“, sagt Schreiber, der sich vor allem wegen dieses Faktors über seinen zweiten Platz freut. „Es ist auch ein Impuls für die Schule, sich dem Thema mal wieder zuzuwenden“, ergänzt der Pädagoge, der gespannt ist auf die Reaktionen seiner Schüler. Einige von ihnen hatten beim Regional-Entscheid im März beim Diktat mitgeschrieben. Jetzt will Schreiber das Diktat mit ihnen schreiben, um zu zeigen, wie knifflig die deutsche Sprache sein kann – und zu beweisen, dass es wenig bringt, sich auf die Auto-Korrektur von Computer-Programmen zu verlassen.

Die Satzzeichen wurden in Frankfurt mit vorgelesen. Das war aber auch das einzige Zugeständis der Veranstalter. Weitere Hilfsmittel seien nicht erlaubt, wurde verkündet, bevor das Diktat unter dem Titel „Furore im Schrebergarten“ vorgetragen wurde. Die 193 Wörter drehten sich um Forsythien, die aus Versehen zurechtgestutzt wurden, Menschen, die nicht zufrieden zu stellen sind, Rhabarber und manierierte Schlaumeier. Dabei ging es nicht nur um orthografische Fallstricke. Herausfordernd waren auch Fragen der Groß-, Klein-, Getrennt- oder Zusammenschreibung. Durchschnittlich 17,7 Fehler haben die 300 Teilnehmer abgeliefert, wie die 24-köpfige Jury unter der Leitung von Dr. Kathrin Kunkel-Razum aus der Duden-Redaktion feststellte. Michael Prior hatte sich als Jury-Mitglied auch ganz direkt von der Sprachkenntnis der Teilnehmer überzeugen können. „Ich freue mich, dass wir mit einem so motivierten Team dabei waren. Sprachkompetenz macht nicht nur sicher im Umgang mit anderen, sie unterstützt damit die Teilhabe an der Gesellschaft.“ Weniger als fünf Fehler hatte niemand bei dieser Form von „Sprachsport“, wie Dr. Roland Kaehlbrand, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, den Wettbewerb beschreibt.

Mit sieben Fehlern aus dem Osnabrücker Regionalwettbewerb war Sylke Ditting in der Kategorie „Eltern“ als Favoritin ins Finale gestartet. „Sprache ist als Kulturtechnik die Voraussetzung für Kommunikation“, sagte die ausgebildete Lektorin vor dem Wettbewerb. Zum Gelingen dieser Kommunikation seien Regeln notwendig, betonte Ditting und hob hervor, dass viel in der Welt daran kranke, dass Menschen nicht genug miteinander kommunizierten. Ditting schrammte mit acht Fehlern nur knapp am dritten Platz bei den Eltern vorbei.

Bei der Siegerehrung erhielten die Teilnehmer nicht nur eine Urkunde und die Gewinner einen Pokal. Überreicht wurden auch hochwertige Preise wie Tablets, Büchergutscheine, Ledertaschen, Fußball- und Konzertkarten. Die Preise sind es weniger, die die Osnabrücker zur Teilnahme bewegt haben. Ihnen geht es um die Ehre. Deswegen wollen einige von ihnen auch im kommenden Jahr wieder beim Wettbewerb dabei sein. Zum Üben stellt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main bis dahin Schulungsunterlagen und Diktattexte auf ihrer Internetseite zur Verfügung unter www.dergrossediktatwettbewerb.de.